Brief an Lea
Die erste OP im Krankenhaus

D
ienstag im Februar 2002:
So trist wie die Laubbäume zur Winterszeit, wirkt der Flur der Männer-Chirurgie des Krankenhauses. Verhalten fällt etwas Licht durch das Fenster am Ende des Flurs. Gibt in der Mittagszeit sein Bestes und spendet den benötigten Hauch Helligkeit, um aus Dunkelheit Dämmerung werden zu lassen. Die wenigen Drucke berühmter Maler und eine Sitzgruppe mit Blümchenmotiv täuschen über die Krankenhausatmosphäre nicht hinweg.
Das ungewohnte Gefühl, viel Zeit zu haben, hinterläßt ein Kribbeln im Magen. Zeit, die wir mitgebracht haben, um in dieses Hospital zu gehen. Gestohlen haben wir sie uns, denn eigentlich hätten wir sie nicht, oder?
Betont langsam schlendern wir den Flur entlang, umrunden dabei geschickt den überdimensionierten Wassereimer des Fensterputzers, der beim Öffnen des Flurfensters den einzigen Frühlingsboten, einen Strauß Osterglocken, zum Erliegen bringt.
"Nimmst du die Patienten....ich kann nich`...wo sollen...hinten auf Zimmer 10...der postoperative...Vera mach du...."
Gesprächsfetzen aus dem Schwesternzimmer, begegnen uns bei unserer kleinen, langweiligen Wanderung, die Du lieber auf dem Fußtrittbrett Deines Buggys verbringst, um Dich rückwärts fortzubewegen. Gemächlich, aber regelmäßig stößt Du dich mit den Füßen ab, bis eine Schwester sich unser erbarmt.
Wie groß, wie schwer, welche Medikamente...?
Die Formalien waren schnell geklärt und wir begaben uns Richtung Krankenhaus-Café, da in unserer vorgesehenen Bleibe zur Zeit noch eine Schülerin zwei Prüfer von ihrem Können in Sachen "praktische Pflege" überzeugen musste.
Eine der zwei georderten Würstchen für Ralf, wandert ohne viel Federlesens in Deinen Bauch.
Im Anschluss beziehen wir unser Zimmer. Nummer 9. Drei Betten. Zwei für uns und eines für die ältere Dame mit Alzheimer im Anfangsstadium.
Ralf fährt nach Hause und Dir ist langweilig. Mir auch. Nach draußen dürfen wir, aber "...nur in den Krankenhauspark. Wegen der Versicherung – sie sind ja schon aufgenommen..."
Fünf karge Bäume teilen sich geschickt aufgeteilt das Parkgelände. Ein geplasteter Rundgang weist den Besuchern den Weg. Im Oval wird einer dieser Bäume ständig umrundet und die kleinen schwarzen Pfähle mit Glaskuppel am Wegesrand, lassen darauf schließen, das dieser Weg nachts sogar beleuchtet ist. Zwei Parkbänke, an den kurzen Seiten des Ovals, machen sich den Platz um die schönste Aussicht streitig.
Um sie herum wuchern pflegeleichte Bodendecker. Gestrüpp. Keine blühende Blume.
Ich rufe Ralf an und Du erkundest das Gelände zu Fuß. An der Krankenhaus abgewandten Seite erstreckt sich noch ein Gelände von ungefähr 150 Metern. Viele Maulwurfshügel, durchzogen mit lichten Grünstreifen. An dessen Ende begrenzt ein zwei Meter hoher Zaun den "Park". Mit Blick auf die Stadtwerke.
Während ich auf der Parkbank sitze, stelle ich mir ältere Patientinnen vor. Bekleidet mit gestärkten, rosa Nachthemden, gehäkelten Bettjäckchen, fleischfarbenen Stützstrümpfen und Plüschpantoffeln, die einen nächtlichen Fluchtversuch über den Maschendrahtzaun wagen – doch der Kegel der Scheinwerfer hat sie schon längst erfasst und die resolute Schwester mit dem dunklen Kurzhaarschnitt ist ihnen mit den Bluthunden auf den Fersen...
Auch Du hast Deinen Spaß. Nachdem der ich weiß nicht wievielte Maulwurfshügel von Deinen kleinen Füßen dem Erdboden gleichgemacht wurde, johlst Du freudig auf.
Du hast ein Schneeglöckchen entdeckt. Diese kleine, zarte Pflanze, die es wagt, die seltsame Ästhetik des Krankenhausparks zu durchbrechen, hat Dir mehrere Freudenquieker entlockt.

Mittwoch:
Jetzt liegst Du hier. Ruhig. Schlafend. Nur das gelegentlich Zucken Deiner Zehen durchbricht die Regungslosigkeit. Kein Seufzer. Kein Umherwälzen.
Ich frage mich, ob Du die Braunüle spürst? Das kleine Plastikröhrchen, umwickelt mit Mullbinde, lässt Deine zarte Hand um das doppelte größer erscheinen. Plumper und irgendwie fremd.
Schnell sollte es am Morgen gehen. Eine Narkoseärztin, der ein Zeitplan im Nacken saß, sah nicht die Notwendigkeit, länger als unbedingt nötig zu warten - in ihren Augen.
In meinen Augen hattest Du den Saft, der Dich müde machen sollte, viel zu spät erhalten. Eine halbe Stunde vorher, so hatte es der Anästhesist angeordnet. Es waren gerade mal zehn Minuten von der Einnahme bis zum OP-Tisch vergangen. Du warst noch wach, als die vielen an der OP beteiligten Personen in seltsamen blauen Kitteln um Dich herum standen, sich um Zeitabläufe stritten, sich derweil milchfarbene Hauben über die Köpfe stülpten und über Dich sprachen.
Mit Dir hat nur eine Schwester gesprochen.
Ich hielt Dich fest und Du wurdest ruhiger. "Kann ich jetzt...", so die Narkoseärztin mit der Braunüle im Anschlag. "Nein".
Ich wollte, dass Du schliefst, um Dir unangenehme Erinnerungen zu ersparen. Ich wollte Ruhe, ich wollte, dass Du nicht wie ein Nummer im Zeitplan behandelt wirst, ich wollte das blöde Gerede nicht hören und ich wollte eigentlich alles ungeschehen machen. Ich wollte weg. Mit Dir. Du hast Dich immer wieder abgestützt, warst jedoch zu schlapp, um Dich auf Deinen Armen zu halten. Deine Beine bewegten sich schlaff und irgendwie unkontrolliert. Wie ein Tier, das angeschossen wurde, doch darum kämpft, sich vorwärts zu bewegen. Und Du hast gewimmert.
Als Deine Lider der Müdigkeit nachgaben, wurde der künstliche Venenzugang gesetzt. Ich weiß nicht, ob es der Schmerz des Einstichs war, oder die ungewohnte Atmosphäre, die Dich wieder hochschrecken ließ.
Und dann haben sie Dich weggetragen. Über die Schulter Deines Trägers blickend, haben Deine Augen mich gesucht, Deine Schreie mich gerufen und mit einer schlaffen Bewegung, hast Du versucht Deinen linken Arm zu heben. Mir entgegen, wie ein Rettungsanker.
Und ich stand nur da.
"Gehen Sie ruhig nach oben, wir sagen Bescheid, Frühstücken Sie erstmal in Ruhe..."
Doch ich stand nur da und meine innere Stimme, irgendwo im Bauch oder Kopf, ich weiß es nicht mehr, hat sich bei Dir entschuldigt. Doch da warst Du schon weg.
Schließlich bin ich gegangen.

Als die Stationsschwester mich holte, wusste ich, das etwas nicht stimmte. Zwei Stunden hatten sie gesagt. Alle. Der Chirurg, dessen Assistent, der Anästhesist, die Schwestern. Zwei Stunden dauert so eine Operation. Normalerweise.
Nach einer Stunde wurde ich zum behandelnden Arzt gerufen. "Ich mußte abbrechen. Bei dieser Operation gibt es keine große Auswahl. Entweder sie klappt oder sie klappt nicht. Wir haben nur einen Teil machen können..." Mit Dir sei aber alles in Ordnung.
Ich hatte draußen auf Ralf gewartet. Die Uhr in unserem Zimmer ließ die Zeit nicht vergehen. Deshalb bin ich raus gegangen und hatte der Schwester Bescheid gesagt. Und sie hatte mich geholt. Viel zu früh, aber Dir ging es gut, hatte auch sie versichert.
Du hast so seltsam gerochen, als ich Dich auf den Arm nahm. Nach Krankenhausbettwäsche und altem Blut. Deine feinen Haare klebten Dir im Gesicht und Dein Kopf war Dir zu schwer. Immer wieder hast Du versucht, ihn zu verlagern, auf meinem Arm, während wir auf dem Bett saßen, in diesem für mich unwirklichen Aufwachraum der OP-Station.
Die Pfleger und Schwestern unterhielten sich, gingen rein und raus. Alles spielte sich für mich im Hintergrund ab. Die Stimmen waren die einer Souffleuse im Theater. Irgendwo im Hintergrund. Nicht wichtig.
Du versuchtest zu schreien oder zu weinen, aber Dein Mund war verklebt. Mit Blut. So wie Deine Haare vom Schweiß. Ich bat um einen warmen Waschlappen und tupfte diese Beweise eines unnatürlichen Eingriffs weg.
Dein Rückrat gab ständig nach. Immer wieder sackte Dein Oberkörper zusammen und Deine Hände griffen ins Leere. Aber ich habe sie gehalten und Du wurdest wieder ruhiger. Nach und nach verließen die Statisten dieses irrealen Theaterstückes den Raum und wir waren allein. Ich schaute Dich an. Dein Geruch war mir so fremd. Deine Bewegungen auch.
Ich weiß nicht, wie lange ich Dich angeschaut habe. Es war ganz ruhig um uns. Deine Bewegungen ließen nach und Du schliefst in meinen Armen. Ein blauer Faden führte aus dem Mund und war an der rechten Wange mit einem Pflaster befestigt. Deine Zunge war so fixiert, damit sie nicht nach hinten fällt und ein Erstickungstod droht. Es sah so aus, als wenn das Bändchen Deine ausgetrockneten Lippen einschneiden würde. Ich nahm mir vor, nach Vaseline zu fragen. Doch ich schaute Dich nur an. Unfaßbar, dass ich Dich wieder hatte.
Ganz, ganz leise Geräusche kamen aus Deinem Mund. Ich weiß nicht genau wie. Leise eben. Nur das regelmäßige Piepen eines Gerätes irgendwo hinter mir, übertönte Dich. Im Hintergrund. Schließlich waren wir allein.
Das Piepen wurde langsamer. Unregelmäßiger. Erst jetzt nahm ich es richtig wahr. Ich drehte mich nach der Geräuschquelle um, doch ich fand sie nicht. Dann war es still. Ganz still. Und Du auch.
Helle Streifen durchzogen wie feine Fäden Dein Gesicht. Ließen Deine blaue Haut und Deine blassen Lippen wie Marmor erscheinen. Wächsern und irgendwie durchsichtig. Erst jetzt erkannte ich den Zusammenhang zwischen dem Piepen und Dir. Ich schrie. Irgendwas schrie ich. Erst jetzt begriff ich es richtig.
Mein Herzschlag beschleunigte sich um Deinen. Den, den Du aufgegeben hattest. Aber da wurdest Du schon von meinen Armen genommen und viele Leute riefen.
Der Daumen des Mannes, der Dein Herz massierte, lag breit und weiß auf Deinem Körper. Ich konnte nicht hören, was er sagte. Das Rauschen in meinen Ohren ließ das nicht zu.
Und die Hand, die wie die Pranke eines Riesen wirkte, bewegte sich auf und ab und als die Farbe in Dein Gesicht zurückkehrte, wich sie aus meinem. Die Knie wurden mir weich. Ich stand und hatte es nicht einmal bemerkt.
Das Piepen nahm seine Tätigkeit wieder auf. Sofort und regelmäßig. Wie nach dem ersten Atemzug der Geburt. Das alles dauerte nur Sekunden. Für mich waren es lange Minuten.
"Es ist alles in Ordnung", sagte der Mann mit den riesigen Händen.
Nichts. Nichts war in Ordnung. Völlig überflüssig. Alles.
Ich nahm Dich wieder unaufgefordert auf meinen Arm. Ich wollte Dich festhalten. Ich wollte wieder mit Dir aufstehen. Doch sie verlangten, dass Du noch etwas bleibst. Ich konnte mich nicht mal widersetzen. Ich saß nur da und schaute Dich an.
Eine halbe Stunde. Das Piepen tönte jetzt wie eine Glocke in meinem Kopf. Und es zählten nicht die Atemzüge, bis wir dort raus konnten, sondern der regelmäßige Intervall Deines Herzschlags. Das Piepen. Jetzt blieben wir nicht mehr allein.

Endlich konnte ich Dich nach oben tragen. Weg von Menschen in blauen Kitteln, weg von dem Geruch und dieser Glocke, die erst dann Alarm schlägt, wenn es still um sie wird.
Ich war dabei, doch darüber reden kann ich nicht. Zumindest nicht richtig. Ich berichte davon. Den anderen, die gekommen waren, um Dich zu besuchen und den Anrufern. Meine Wortwahl klingt, als wenn ich ein zufälliger Zeuge eines Geschehens gewesen wäre, an dem er lieber nicht hätte teilhaben wollen.
Mehr kann ich nicht zulassen.
Das Gefühl bleibt jedoch. Wie Eisenspangen. Um den Brustkorb gespannt, zerren und ziehen sie an mir. Kalt und schwer. Unglaublich schwer. Nur das zum Überleben benötigte Quentchen Luft, schlüpft mit großer Anstrengung an ihnen vorbei. Die Kehle zu eng. Das Herz zu groß.
Es wird nur von Muskeln und umgebenem Fleischgewebe an seinen vorbestimmten Platz gehalten. Sonst hätte es seinen Halt schon längst verloren. Es pocht dumpf und laut. So laut, das ich denke, die Umherstehenden müssten es hören können.
Der Magen ist wie zugezogen. Krampft sich zusammen. Einfach Angst.
Was wäre, wenn Du nicht wieder aufgewacht wärst? Das Gefühl, dem Tod über die Schulter geschaut zu haben - einen Spaltbreit durch eine Tür gelugt zu haben, die man eigentlich nicht öffnen will, nagt an mir herum. Erst jetzt kann ich erahnen, was es bedeutet, wenn man ein Kind verliert.
Dabei sei bei Dir alles im "grünen Bereich", wie die Ärztin es so schön formulierte. Grün – die Farbe der Hoffnung? Das Leben mag bunt sein, der Tod ist es nicht.

Mittlerweile liegen wir zu dritt im Bett. Ralf, Du und ich. Abwechselnd halten wir Dich im Arm und Du atmest ruhig und gleichmäßig. Ich kann den Blick nicht von Dir wenden. Vielleicht ist es die Angst, einen Atemaussetzer zu verpassen. Meine Schwester besucht uns und Deine frühere Lehrerin. Du hast alles verschlafen. Der Tropf spendet regelmäßig die von Dir benötigte Flüssigkeit. Er ist das Einzige, was an diesem Tag geregelt läuft.

Nach Stunden wirst Du wach und ich lasse nach dem Arzt rufen, der den Faden lösen soll. Du versuchst, zu schreien. Doch die fixierte Zunge läßt das nicht zu. Heisere Töne krächzen aus Deiner Kehle und Dein Atem riecht nach Blut. Schließlich kommt der angehende Facharzt und zückt Skalpell und Handschuhe, die er sorgfältig über seine wohl manikürten Hände zieht.
Er ist vorsichtig und – schlimmer noch - ungeschickt. Du wehrst Dich und obwohl ich Dich fest in meinen Armen halte, schafft er es nicht, das Fädchen von Deiner Wange zu lösen. Hochkonzentrierter Blick seinerseits, funkelnde Augen und Ungeduld meinerseits. Schließlich gelingt der Schnitt und das Fädchen klebt zur einen Seite noch an Deiner Wange und zur Anderen lugt es ein klein wenig aus Deinem Mund. Endlich kannst Du befreiend aufschreien.
Langsam hebt der Arzt das Pflaster einer Ecke an. Doch Du wehrst Dich. Jede Abwehr Deinerseits wird mit einem "Na" seinerseits kommentiert. Immer wieder wuseln die langen, plastikbezogenen Finger an Deiner Wange herum. Immer noch hochkonzentrierter Blick. Millimeter für Millimeter sucht er offenbar den einzig, richtigen und wahren Weg das Klebeteilchen von Deinem Gesicht zu entfernen. Das Kribbeln in meinem Magen steigt mit meiner Ungeduld. Doch bevor ich mich zu unquafilizeirten Ausdrücken hinreißen lasse, presse ich mit der mir noch verbleibenden restlichen Selbstbeherrschung ein: "Lassen Sie mich mal" heraus, und entferne das Pflaster mit einem Schwung. Ebenso das Fädchen aus Deinem Mund. Dankbar schaust Du mich an, die assistierende Schwester auch.
Vor Erschöpfung schläfst Du in meinen Armen wieder ein. Mit einem nassen Lappen tupfe ich Dir Dein warmes Gesicht ab. Die letzten Spuren des morgendlichen Eingriffs verschwinden.
Und als wenn der Waschlappen all die unangenehmen Erinnerungen aufsaugen würde, höre ich nicht auf damit. Langsam nimmst Du Deinen Geruch wieder an. Dein Gesicht ist noch geschwollen, aber Du nimmst wieder Deine mir so vertrauten Gesichtszüge an. Der kleine Mund, die schmale Oberlippe, Deine ovalen Nasenlöcher, die rund gebogenen Nasenflügel und Deine dichten Wimpern umrahmen dunkel und lang Deine wunderschönen, grünen Augen, die mich nach kurzem Schlaf anschauen. Sie sind so klar, dass ich mich darin spiegeln kann. Ein gutes Zeichen.

Ich lese Dir ein Buch vor und als die Schwester mit dem Abendessen durch die Tür kommt, kannst Du schon wieder vor Freude quieken. Das Bettuch wird zur Seite geschlagen und wie selbstverständlich tragen Dich deine Füße an den Essenstisch. Für Dich ist eigentlich kein Essen vorgesehen, da die Ärzte das nicht wünschen. "Außerdem essen die Patienten nach so einer OP eigentlich nichts", weiß die Schwester, ordert auf mein Bitten jedoch Schonkost für Dich. Quark, pürierte Erdbeeren und Joghurt. Großzügig schiebst Du mir die für Dich gedachten pappigen Sachen rüber und ziehst mein Tablett mit Brot, Wurst und Käse auf Deine Seite.
Und als wäre nichts geschehen, stopfst Du fünf krustenlose Brote, mit reichhaltig Butter, fettiger Wurst und doppelt Käse in Deinen kleinen Mund. Das Schlucken fällt Dir schwer, kann Dich aber nicht davon abbringen, auch noch die letzten Krümel vom Teller zu picken.
Nach und nach finden sich die Stationschwestern der Männer- und der benachbarten Frauenchirugie ein. "Das gabs noch nie", berichtet eine. Nachdem Du von der gesamten Schwesternschaft wie ein besonders seltenes Exemplar begutachtet wurdest, begeben wir uns zu Bett.

Nach ruhiger Nacht, teile ich der Schwester am frühen Morgen mit, dass ich Mittags mit Ralf die Klinik verlassen würde. Die Nacht war gut, Dein Hunger auch.
Das Ärzteteam zeigte sich zwar nicht begeistert, aber die Schwester unterstützt mein Vorhaben und gemeinsam argumentieren wir so lange, bis dem Nachhauseweg nichts mehr im Wege steht.

Margret und Jürgen besuchen uns, doch die Zeit bis zum Eintreffen Ralfs wird mir zu lang. Endlich kommen unsere Männer. Kurze Möglichkeit für Marian, sich in einem Krankenhaus umzuschauen, das Klo zu inspizieren und schließlich den Heimweg anzutreten.

Zuhause nimmst Du sofort deine gewohnten Tätigkeiten wieder auf. Der Spielplatz wird besucht und der Inhalt des Kühlschrankes inspiziert - alles beim Alten.