Die Adventszeit ist wirklich eine Zeit der Wunder

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Die Adventszeit ist wirklich eine Zeit der Wunder. Beladen mit dem Gewicht eines Plastikdinosauriers erschien es Marian unmöglich, die Treppe Richtung Bad und Schlafzimmer zu erklimmen. „Du musst mir helfen“, forderte er mich auf, und um sein Leid zu unterstreichen, warf er sich mitsamt seines Dinosauriers zu Boden. Die Beine wollten eben nicht mehr, erläuterte er.

Ich zeigte Erbarmen und erklärte, dass ich ihn hoch tragen würde. Ich hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, als das kleine Männlein aus der sich auf dem Boden befindlichen Position flugs in meine Arme sprang, ohne vorher Anlauf zu nehmen. Auf meine Frage, wie er denn einen solchen Kraftaufwand bewerkstelligen konnte – schließlich lag er gerade eben noch völlig erlahmt auf dem Boden – antwortete er: „Ein Wunder“. Nummer eins.

Wunder gibt es einige

David zeigt sich äußert bildungsbeflissen und geht gutgelaunt in den Weisheitstempel, der sich Schule nennt. Gemsen gleich hüpft er morgens aus dem Bett und bringt zur Zeit durchweg gute Noten mit nach Hause. Neue Freundin? Einsicht? Ich beginne, mir schon fast Sorgen zu machen. Wunder Nummer zwei.

Lea hingegen ist weder von Kerzengeflimmer, noch Adventskalender sonderlich beeindruckt. In ihrer unnachahmlichen Art dezimiert sie mit stoischer Ruhe unsere Kühlschrankvorräte. Birgt dieser doch die heißgeliebten Monte (so eine Art Joghurt), deren Anzahl sich in Leas Nähe flugs von 12 auf 0 reduzieren. In einer bisher noch nie dagewesenen Joghurtspenderlaune, schenkte sie ihrem kleinen Bruder drei von den Monte-Töpfchen. Wunder Nummer drei bis sechs.

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