Sonntag, eine Woche, nachdem Lea zu uns kam. Der dritte Strich beim Schnelltest. Lea immer noch, Lydia seit Freitag und ich seit Sonntagmorgen. Es kommt wie es kommen musste.
Stellen wir uns doch mal einfach vor, es gibt eine junge Frau, die es seit Beginn ihres Lebens nicht anders kennt, als immer dann, wenn es ihr nicht gut geht, Nähe zu suchen. Meist bei uns, aber auch sonst so. Diese Nähe kann Lea im Wohnheim niemand geben, ohne alle anderen Bewohner zu gefährden. Das ist mit ein Grund, warum wir sie nach positivem Covid-Test zu uns geholt haben.
Kaum ist sie bei uns, verfällt sie in ihre bekannten Muster. Erstmal im eigenen Bett einschlafen, nachts dann wieder aufstehen. Das kann um 23 Uhr sein, und wir bringen sie wieder in ihr Bett. Das war aber auch neulich um 5 Uhr und sie hat sich wie selbstverständlich neben uns gelegt. So schnell hast Du einfach keine FFP2-Maske auf dem Gesicht, auch wenn die auf dem Nachttisch liegt. Außerdem dürfte es auch eine Kunst sein, mit einer solchen Maske weiter zu schlafen, ohne dass sie verrutscht oder nicht mehr dicht ist.
Sorry, aber das geht nicht
Lea in einem solchen Moment wegzuschicken? Sorry, aber das geht nicht. Wir können ihr nicht erklären, was da gerade vorgeht. Sie jetzt nicht so zu betreuen, wie wir das bis zu ihrem Auszug vor einigen Jahren und immer, wenn sie bei uns ist, stets getan haben und tun, kommt gar nicht in Frage. Dann hätten wir sie nicht zu holen brauchen.
Also sind wir jetzt ebenfalls positiv. Wir hoffen darauf, dass Lea bald genesen ist und wieder nach Hause fahren kann. Wer sie holt, wie sie dorthin kommt? Keine Ahnung. Wird sich ergeben.
Nachtrag: Freunde haben uns geholfen, haben eingekauft und uns versorgt. Danke an dieser Stelle an Sebastian und Wiltrud, Regina und Marcel sowie Dagmar und Dieter.

