Lea stört eine „Dame“ beim Kulturufer

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Das schönste Festival in Friedrichshafen, am See und wo sonst noch: das Kulturufer. Und da isst Lea eine Pommes. Lea stört eine „Dame“ beim Kulturufer.

Beim Kulturufer sitzt eine Frau mit ihrer Tochter und macht Pause. Sie essen an der Freitreppe und genießen das Festival. Plötzlich wendet sich eine „Dame“ an die beiden, spricht die Frau an und es entwickelt sich eine unfassbare Auseinandersetzung. Sie hatte die beiden zuvor minutenlang beobachtet.

Die Frau, Lydia, ist meine Ehefrau. Und unsere Tochter Lea hat eine Behinderung. Sie hat unter anderem motorische Probleme im Mundbereich und isst — wenn sie dazu in der Lage ist und nicht gefüttert werden muss — mit Lätzchen, langsam und nicht höfischen Benimmregeln entsprechend.

Wegschauen hilft

Die „Dame“ kenne ich nicht, ich weiß auch nicht, ob es gut wäre, sie kennenzulernen. Sie kam an den Tisch und forderte meine Frau auf, sich doch bitte woanders hinzusetzen oder umzudrehen, weil die Art, wie das Kind essen würde, nicht besonders ansehnlich sei. Die „Dame“ fühlte sich also gestört.

Lydia antwortete mit den Worten: „Wegschauen hilft.“ Die Dame echauffierte sich: „Sie müssen ja nicht gleich unverschämt werden.“ Lydia entgegnete: „Darauf habe ich ja wohl kein alleiniges Abo. Schauen Sie mal in den Spiegel.“

Lea hat sich keinen Deut um diesen Vorfall gekümmert, sie hat ihre Pommes weiter gegessen und hatte ihren Spaß am Kulturufer. Sie ist eine lebensfrohe junge Frau, die sich von solchen ignoranten und unverschämten Menschen in keinster Weise beeindrucken lässt, schon gar nicht beim Essen.

Was muss passieren?

Was muss passieren, dass Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft wirklich akzeptiert werden? Es gibt ein altes Foto, das Lea zeigt, wie sie ein Eis isst. Damals kam ebenfalls eine „Dame“ zu uns an den Tisch und fragte betont: „Was hat das Kind denn?“ Die Antwort von Lydia war nur: „Vanille–Eis.“ Das war der Auslöser für Leas Internetseite www.lea–raphaela.de. Mal sehen, wohin der Fall auf dem Kulturufer jetzt führt.

Dieser Text ist in der Schwäbischen Zeitung erschienen.

 

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